unterwegs mit worten #1
Apéro
Ich will schreiben. Über meine Geschichte des Schreibens. Aber wo fange ich an?
Wer will das lesen?
Bevor ich loslege, muss ich raus. Kröten umziehen, zu viele Männchen auf einem Haufen, das macht Lärm am Teich. Toxische Männlichkeit, aber das ist eine andere Geschichte.
Schnell in die Crocs: orange, alt, vom Marder angenagt. Pitschnass vom Nachtregen.
Ich fluche, zögere, schlüpfe trotzdem barfuß rein. Kaltes Wasser verpasst mir einen Schock. Jetzt bin ich wach.
Schreiben ist genauso.
Nass. Unangenehm. Widerwillig. Und doch: Irgendwann werden die nassen Schuhe warm.
Auf dem Rückweg bleibe ich stehen. Mein Hochbeet. Die Holzbretter grau vom Regen, die Erde ein Durcheinander. Weder Plan noch System.
Nur Dinge, die wachsen, ohne zu fragen.
So fühlen sich meine Gedanken an: ein Wildwuchs aus Versuchen, Versatzstücken, kleinen Kunstwerken voller Improvisation.
Viel Anfang, wenig Ende. Erinnerungen, die aufkeimen wie Unkraut, dazwischen kleine Pflänzchen, die ich fast übersehe.
Ich werde sie nicht der Reihe nach erzählen. Ich jäte sie einfach. Eine Pflanze nach der anderen. Manche werde ich behalten. Es ist nicht nur Unkraut dabei.
Mein Schreiben wächst nicht ohne die Bilder aus meinem Garten. Und manchmal blüht etwas, das ich nie gepflanzt habe.
Ich schreibe in Episoden und Miniaturen: Das sind meine Textinseln.
Was bleibt?
Nasse Crocs. Laute Kröten. Ein Hochbeet voller Anfänge.
Nächste Insel gibt es am 8. Februar. Dort fängt alles an. Mit einem „Befriedigend” im Schönschreiben und einem blauen Zeigefinger.

